Über unsere Initiative

Wir sind eine Initiative aus Krefeld und Umgebung und haben uns im Januar 2017 gegründet. Im Winter 2018 starten wir mit der solidarischen Landwirtschaft auf einem ca. 2 ha großen Acker im Krefelder Norden. Dort wird Gemüse für ca. 80 Verbraucher angebaut werden.

Im Folgenden finden Sie Erklärungen zu allen wichtigen Punkten. Für weitere Fragen können Sie sich gerne an uns persönlich wenden.

Solidarische Landwirtschaft

Das Konzept der solidarischen Landwirtschaft in Kürze (eine detaillierte Beschreibung finden Sie hier und hier):

Anstatt die landwirtschaftlichen Produkte über den Markt zu kaufen, gehen Erzeuger und Verbraucher für einen Zeitraum (ein Jahr) eine feste Beziehung ein. Die Verbraucher finanzieren als Gemeinschaft die gesamten Kosten des Hofes und erhalten im Gegenzug alle Erzeugnisse. Die Bauern bzw. Gemüsegärtner können so ohne finanziellen Druck arbeiten und die Verbraucher erhalten frische, lokale Produkte.

Sortiment

Aktuell gibt es bei uns nur Gemüse. Eine Sortimentserweiterung ist geplant, hängt aber davon ab, ob wir weitere Erzeuger finden. Denkbar sind Obst, Kräuter, Eier, Milch, Milchprodukte, Getreide, Brot, Honig und Fleisch. Der Gemüse-Anbauplan 2018 kann hier geladen werden.

Ernteanteile

Als Ernteanteil wird eine wöchentliche Gemüseration bezeichnet. Die Menge variiert saisonalbedingt über das Jahr (im Sommer fällt der Ernteanteil größer aus als in den Wintermonaten). Als Faustformel reicht ein Ernteanteil für 2 Personen, wenn man häufig, aber nicht jeden Tag kocht. Es gibt auch die Möglichkeit einen halben, eineinhalb oder zwei Ernteanteile zu beziehen. Auf unseren Veranstaltungen zeigen wir Beispielkisten. Zurzeit  können wir insgesamt 80 Ernteanteile Gemüse bereitstellen.

Ernteteilnehmer

Jeder Verbraucher, der einen Ernteanteil für ein Jahr bezieht ist ein "Ernteteilnehmer".

Bezahlung und Verpflichtung der Ernteteilnehmer

Die Gemeinschaft aller Ernteteilnehmer finanziert für ein Wirtschaftsjahr (Februar bis Januar) über monatlich gleichbleibende Beiträge die gesamten Kosten der Erzeuger. Das genaue Prinzip ist hier erklärt. Das Geld wird monatlich per Bankeinzug eingezogen. Wichtig ist, dass sich jede/r für ein Jahr verpflichtet mitzumachen. Das Ernterisiko tragen alle gemeinsam.

Höhe des monatlichen Betrages und Bieterrunde

Aus den Gesamtkosten der Erzeugung geteilt durch die Anzahl der Ernteanteile und geteilt durch 12 Monate ergibt sich der durchschnittlicher monatlicher Betrag. Dieser liegt (ca.!) bei 80,00 EUR pro ganzem Ernteanteil. Das ist also der Betrag, der durchschnittlich von jedem bezahlt werden muss.

Die tatsächliche Höhe wird jedoch über eine verdeckte Bieterrunde ermittelt: Jede/r schreibt sein/ihr Gebot auf einen Zettel. In der Summe müssen alle Gebote ausreichen. So können auch Menschen mitmachen, die nicht so viel Geld haben, wenn es andere gibt, die entsprechend mehr zahlen. Das ist auch eines der Grundprinzipien einer Solawi. Der Gemeinschaft ist nicht bekannt, wer wieviel bezahlt.

Kündigung während des Jahres

Einerseits widerspricht es dem Prinzip, da sich alle Ernteteilnehmer für ein Jahr verpflichten, wenn jemand während des Jahres aussteigt. Andererseits kann es immer unvorhergesehene Ereignisse geben (oder man hat sich in der Menge verschätzt ). In jedem Fall gilt, dass wir zu jeder Zeit angesprochen werden können und dann geeignete Lösungen finden.

Warteliste

Wir führen eine Warteliste sortiert nach Eingang der "Ernteteil-Bestellung". Durch die gute Resonanz sind wir aktuell voll belegt, so dass jede/r bei Bestellung damit rechnen muss, zunächst auf die Warteliste gesetzt zu  werden. Erfahrungen anderer Solawis zeigen allerdings, dass jährlich ca. 10% der Teilnehmer abspringen, so dass immer eine gute Chance besteht, im nächsten Jahr dabei zu sein. Zusätzlich gibt es die Option, im Falle eines früheren Aussteigens auch schon während eines bereits laufenden Solawi-Jahres einen Ernteanteil zu bekommen.

Abholung

Wir werden Depots einrichten, die von unseren Gärtnern beliefert werden. Wo diese Depots sein werden, steht zum aktuellen Zeitpunkt (Dezember 2017) noch nicht fest. Es besteht natürlich auch immer die Möglichkeit, dass sich Teilnehmer zusammentun und selber ein Depot einrichten. An diesen Depots holt dann jede/r seine Produkte ab.

Organisation

Unsere Erzeuger sind selbstständige Unternehmer, die eigenverantwortlich und ohne "Weisung" von unserer Seite die Produkte erzeugen. Wir, die Verbraucher und Organisatoren der Solawi, sind als Verein organisiert. Rechtlich gehen beide Seiten - Erzeuger und Verbraucher - einen Vertrag mit dem Verein ein. Der Verein zieht die Beiträge von den Verbrauchern ein und leitet diese in voller Höhe  an die Erzeuger weiter. Über einen jährlichen Mitgliedsbeitrag und Spenden finanziert sich der Verein selbst.

Verein und Mitgliedschaft

Voraussetzung für jeden Ernteteilnehmer ist die Mitgliedschaft im Verein. Es können aber auch alle anderen Menschen Mitglied werden, die uns unterstützen wollen. Auch eine Fördermitgliedschaft ist möglich. Die Satzung und die Mitgliedsbeiträge sind demnächst hier verfügbar.

Gremien

Die genaue Organisation ist in der Satzung (Download als PDF) und einer Selbstverwaltung-Ordnung (Download als PDF) festgelegt. Wir haben neben der Mitgliederversammlung drei Arbeitsgremien:

  1. Vorstand, zuständig für Recht, Finanzen und Außenkontakte
  2. Solawi-Rat, zuständig für alle Themen des Anbaus, der Verteilung und des Sortiments
  3. Forum, zuständig für Ideen- und Weiterentwicklung

Vorstand und Solawi-Rat werden von der Mitgliederversammlung gewählt, im Forum kann jede/r teilnehmen. Darüber hinaus können jederzeit Arbeitsgruppen für einzelne Projekte gebildet werden, die jeweils einem dieser Gremien zuarbeiten.

Mitarbeit und Zeitaufwand

Die Mitarbeit möglichst Vieler ist gewünscht und erforderlich. Allerdings besteht hierzu keine Verpflichtung: Die Mitarbeit ist freiwillig und ehrenamtlich. Persönlicher Einsatz  auf dem Acker ist zunächst nicht geplant, könnte sich aber in der Praxis ergeben. Grundsätzlich ist es unser Ziel, in den nächsten Jahren eine Organisationsform zu entwickeln, in der jede/r Willige sich beteiligen und einbringen kann, die aber trotzdem effektiv arbeitet. Grundsätzliche Entscheidungen sollen auf breiter Basis möglichst im Konsens getroffen werden, tägliche Arbeits-Entscheidungen möglichst effektiv von einzelnen oder kleinen Gruppen. Das Prinzip, nach dem wir das umsetzen wollen, ist die dynamische Delegation.

Zukunft und Wachstum

Da die Nachfrage groß ist und wir an die Idee der Solidarischen Landwirtschaft glauben möchten wir gerne alle Menschen versorgen, die das wünschen. Wir suchen also weitere Erzeuger, nicht nur in der Sortimentstiefe, sondern auch um in der Breite mehr Menschen versorgen zu können. Wer gerne dabei sein möchte und nur auf der Warteliste steht, kann sich gerne in dem Prozess engagieren. Bitte wendet euch an uns.

Mitmachen

Wenn Sie gerne einen Ernteanteil beziehen möchten, registrieren Sie sich bitte über unser Formular. Wir laden Sie dann zunächst zu einem monatlichen Treffen ein, an dem wir alle Details besprechen und Fragen beantworten können. Wenn dann ein Ernteanteil frei wird, fragen wir noch mal nach, ob immer noch Interesse besteht. Erst dann wird eine verbindliche Teilnahme vereinbart und es erfolgt die Einladung zur nächsten Bieterrunde.

Infoveranstaltungen

In 2018 wird es monatlich Infoveranstaltungen geben. Ort und Termine stehen noch nicht fest und werden hier noch bekanntgegeben.

Infobrief

Wer einfach nur über unsere Aktivitäten informiert werden will, kann unseren Infobrief hier abonnieren.